Situation

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Si|tu|a|ti|on [zitu̯a'ts̮i̯o:n], die; -, -en:
Verhältnisse, Umstände, in denen sich jmd. befindet:
in dieser Situation konnte ich nicht anders handeln; aus dem Gespräch ergab sich eine neue, ganz andere Situation; sie war der Situation gewachsen.
Syn.: Konstellation, Lage, Sachlage.
Zus.: Ausgangssituation, Krisensituation, Notsituation.

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Si|tu|a|ti|on 〈f. 20
1. augenblickliche Lage, Zustand
2. 〈Kartogr.〉 die durch Signaturen in Form von Punkten, Linien od. Flächen dargestellten Gegebenheiten der Erdoberfläche im Grundriss
● die \Situation retten einer S. (durch einen Scherz, durch schnelles Handeln) das Unangenehme, Peinliche nehmen; die augenblickliche, politische, wirtschaftliche \Situation; eine gefährliche, komische, lächerliche, peinliche, unangenehme \Situation; in dieser \Situation konnte ich nicht anders handeln; versetz dich bitte in meine \Situation; in eine verfängliche \Situation geraten [<frz. situation; zu situer „in die richtige Lage bringen“; zu lat. situs „Lage, Stellung“]

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Si|tu|a|ti|on , die; -, -en [frz. situation, zu: situer = in die richtige Lage bringen < mlat. situare, zu lat. situs = Lage, Stellung]:
1.
a) Verhältnisse, Umstände, in denen sich jmd. [augenblicklich] befindet; jmds. augenblickliche Lage:
eine fatale, heikle, peinliche, brenzlige, gefährliche S.;
eine S. erfassen, überblicken;
die S. klären, retten, meistern;
sie war der S. durchaus gewachsen;
er war, blieb Herr der S. (ließ sich nicht verwirren);
jmdn. in eine unwürdige, kompromittierende S. bringen;
er hat sich selbst in eine ausweglose S. manövriert;
man hat die beiden in einer verfänglichen S. ertappt;
b) Verhältnisse, Umstände, die einen allgemeinen Zustand kennzeichnen; allgemeine Lage:
die politische, wirtschaftliche S. hat sich verändert, zugespitzt, entspannt;
so etwas wäre in der heutigen S. nicht denkbar.
2. (Geogr.) Lageplan.

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Situation
 
[französisch, zu situer »in die richtige Lage bringen«, zu lateinisch situs »Lage«, »Stellung«] die, -/-en,  
 1) allgemein: Gesamtheit der augenblicklichen Umstände, Verhältnisse; Stellung, Zustand.
 
 2) Kartographie: Grundrissdarstellung, Lageplan, die Darstellung aller topographischer Objekte in der Landkarte, z. B. Gewässernetz, Verkehrswege, Grenzen, Siedlungen, ausgenommen Schrift und Geländedarstellung.
 
 3) Philosophie: im Sinne der Existenzphilosophie der einmalige, unwiederholbare Augenblick, in dem sich für den Einzelnen in der Wechselbeziehung zwischen innerer Bestimmtheit und äußerer Lage die unmittelbare konkrete Wirklichkeit darstellt. Als raumzeitliche Erlebnisganzheit ist sie gekennzeichnet durch den Entscheidungszwang, der die Überbrückung der Unangemessenheit aller allgemeinen Normativität hinsichtlich des einmaligen konkret-situativen Vollzuges fordert. Die Situation ist als »hermeneutische Situation« (M. Heidegger) zugleich Chance und Schranke des Menschen. In besonderem Maße trifft dies auf die Grenzsituation (K. Jaspers) zu. (Situationsethik)
 
 4) Psychologie: Gesamtheit der sozialen und dinglichen Umwelt eines Individuums. Verhaltens- und erlebensrelevanter als die objektive Situation ist die subjektive Situation, die eine von Erfahrung, Emotion und Motivation mitbestimmte Interpretation und Auswahl aus der objektiven Situation ist (soziale Wahrnehmung).
 
 5) Soziologie: ein Gesamtzusammenhang von Handlungsbedingungen, der von den Handelnden zu einem bestimmten Zeitpunkt und in einer bestimmten Lage als Feld und Rahmen ihrer Handlungen wahrgenommen und bestimmt wird. Zu den eine Situation bestimmenden Faktoren gehören neben den räumlich-zeitlichen Gegebenheiten in soziologischer Hinsicht v. a. die beteiligten Akteure. Für die Bestimmung der Situation ist nicht primär entscheidend, was äußerlich vorhanden ist, sondern was von den Handelnden oder Erlebenden als zur Situation gehörig und diese bestimmend empfunden, vorgestellt oder erwartet wird und damit die Akteure in der Regel dazu bewegt, sich situationsadäquat zu verhalten (»Thomas-Theorem«). Insoweit das soziale Handeln auf die gegebene Situation einwirkt, trägt es auch zu ihrer Veränderung, also zum Übergang in eine neue Situation bei. Der Begriff der Situation stellt v. a. im Rahmen handlungstheoretischer und interaktionistischer soziologischer Theorien einen Grundbegriff dar.
 
 
W. I. Thomas: Person u. Sozialverhalten (a. d. Engl., 1965);
 H. P. Dreitzel: Die gesellschaftl. Leiden u. das Leiden an der Gesellschaft (31980);
 K.-H. Arnold: Der S.-Begriff in den Sozialwiss.en (1981).
 

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Si|tu|a|ti|on, die; -, -en [frz. situation, zu: situer = in die richtige Lage bringen < mlat. situare, zu lat. situs = Lage, Stellung]: 1. a) Verhältnisse, Umstände, in denen sich jmd. [augenblicklich] befindet; jmds. augenblickliche Lage: das ist eine fatale, heikle, peinliche, kritische, brenzlige, gefährliche S.; so war denn seine finanzielle S. ebenfalls ungleich schlechter (Reich-Ranicki, Th. Mann 156); aus dem Gespräch ergab sich eine neue, ganz andere S.; eine S. erkennen, erfassen, überblicken; eine S. klären, retten, meistern, beherrschen; Die hohe Schadstoffkonzentration ... verschärft allerdings die S. (Freie Presse 6. 12. 89, 3); er war, blieb Herr der S. (ließ sich nicht verwirren); sie war der S. durchaus gewachsen; einen Ausweg aus einer komplizierten S. suchen, finden; Der Versuch, aus einer miesen S. das Beste zu machen (H. Gerlach, Demission 114); jmdn. in eine unwürdige, kompromittierende S. bringen; er hat sich selbst in eine ausweglose S. manövriert; in dieser S. konnte er nicht anders handeln; ich befand mich in einer völlig verfahrenen, äußerst unangenehmen S.; man hat die beiden in einer verfänglichen S. überrascht, ertappt; sie wurde mit dieser neuen S. nicht auf Anhieb fertig; b) Verhältnisse, Umstände, die einen allgemeinen Zustand kennzeichnen; allgemeine Lage: die politische, wirtschaftliche S. hat sich verändert, zugespitzt, entspannt; die augenblickliche, gegenwärtige, derzeitige, damalige S.; Die Kurse orientieren sich nur wenig an der S. des deutschen Geldmarktes (Welt 24. 9. 66, 18); so etwas wäre in der heutigen S. nicht denkbar. 2. (Geogr.) Lageplan.

Universal-Lexikon. 2012.

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